Danke, Pestalozzis ! Und so geht es weiter…

22. April 2016. Es sollte der erste große Auftritt des Rettungswagens für Kobane werden, und er sollte am Pestalozzi-Gymnasium stattfinden. Denn dort haben Schülerinnen und Schüler über Weihnachten mehr als eintausend Euro dafür eingesammelt.

Die Schülerinnen und Schüler waren da.
Die Ministerin und Schirmherrin der Aktion Petra Köpping auch.
Allein der Rettungswagen fehlt noch.

Dafür wehte ein Hauch Kobane durch die Aula in Dresden-Trachenberge. Winfried Schenk vom Nachrichtenportal „Menschen in Dresden“ berichtet:

Persönlicher Dank nur mit Reden? Nein. Der Vereinsvorsitzende Fettah Cetin hatte sich Unterstützung mitgebracht. Rapper Achmedo hatte kaum begonnen, da klatschte schon die volle Aula begeistert mit. Ali spielte auf der traditonellen Saz, einer kurdischen Langhalslaute, und dann wurde getanzt. Die Schritte waren nicht perfekt, die Stimmung dagegen war großartig.

Dankeschön-Aktion im Pestalozzi-Gymnasium, 22. April 2016. Foto: Winfried Schenk.

Dankeschön-Aktion im Pestalozzi-Gymnasium, 22. April 2016. Foto: Winfried Schenk.

>> vollständiger Beitrag auf menschen-in-dresden.de

Die kleine Veranstaltung im Pestalozzi-Gymnasium ist uns Anlaß für Rückschau und Ausblick:


Wie kam es eigentlich zu der Aktion Rettungswagen?

Der Entschluß entstand bei einem „Kobane-Ratschlag“ am 14. August 2015 in den gastlichen Räumen des Dresdner Vereins für deutsch-kurdische Begegnungen. Harun erzählte von seiner Reise im Juli an die türkisch-syrische Grenze. Er hatte mit Vertretern der Stadtverwaltung in der türkischen Provinzhauptstadt Diyarbarkir gesprochen. Diyarbakir wird mehrheitlich von Kurden bewohnt, und die Stadtverwaltung unterstützt den Wiederaufbau auf der anderen Seite der Grenze, im syrischen Kobane, so gut sie nur kann. Harun nannte drei Hilfsschwerpunkte, und wir wogen ab:

  • Patenschaft für Waisenkinder mit langfristiger Sicherheit: eine sehr persönliche Form der Unterstützung, aber damit es wirklich hilft, braucht es lange Bindungen. Dafür ist unsere Initiative zu jung.
  • Unterstützung beim Ausbau der Kanalisation: ein Mammutprojekt; uns fehlen die Ressourcen, fachlich wie finanziell.
  • Schenkung eines Rettungswagens, um die Krankenversorgung zu stabilisieren: Das erschien am ehesten machbar für Pieschen.

Im Oktober 2015 starteten wir dann mit Faltblättern und Briefen die Spenden­aktion, auch mit einem Brief an den Oberbürgermeister Herrn Hilbert, weitergeleitet an das Brand- und Katastrophenschutzamt. Seitdem sind sechseinhalb Monate vergangen. Wir haben viel Zuspruch erfahren von Dresdnern und vor allem auch Pieschenern. Auch Flüchtlinge aus dem syrisch-kurdischen Gebieten haben die Aktion unterstützt. Sie waren eine zeitlang in der Turnhalle in Dresden-Übigau notdürftig untergebracht und beteiligten sich am Elbeputz im Januar 2016, der mit einer Spendenaktion für den Retttungswagen verknüpft war.


Wie geht es jetzt weiter?

Im Moment beraten wir mit der Hilfsorganisation bei medico international, die seit längerem in Kobane aktiv sind, und mit der Uniklinik Dresden über das weitere Vorgehen. Zugleich suchen wir weiter nach einem günstigen Angebot für einen Rettungswagen.

Schließlich sammeln wir weiter, diesmal für die Ausstattung. Auch Sachspenden wären wunderbar! Denn zu einem guten Rettungswagen gehören:

  • Trage-Liege ca. 1.000 Euro
  • Beatmungsgerät ca. 2.000 Euro
  • EKG von 2.000 bis 20.000 Euro
  • Sauerstoff mit Druckgerät ca. 400 Euro
  • Verbandsmaterial, Medikamente