Reisevorbereitungen

Die Vorbereitungen für die große Fahrt des Rettungswagens für Kobane laufen auf Hochtouren:

Die Crew ist auf fünf Teilnehmer angewachsen, die jeweils besondere Fähigkeiten mitbringen. Denn es geht nicht nur darum, den Rettungswagen in die Region zu bringen, sondern auch darum, aus der Region Kontakte und Informationen über die Lage vor Ort wieder zurück nach Dresden zu bringen. Angeführt wird die Mission von Fettah Cetin, der aus Diyarbakir stammt und seit 20 Jahren Dresden zu seiner Heimat gemacht hat. Mit dabei sind eine pensionierte Lehrerin, ein zweiter Fahrer mit Mechaniker-Kenntnissen, ein Fachmann für Landwirtschaft und eine kurdische Dolmetscherin.

Wir haben bereits eine stattliche Zahl an medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial für die Erstversorgung und auch für den Krankenhausbetrieb als Spenden erhalten. Besonders geholfen haben uns hier die Helios-Kliniken, die in Sachsen acht Akut-Krankenhäuser und drei Spezialkliniken betreiben.

Ein wichtiges Thema bleibt die Bürokratie. Wir verhandeln mit deutschen und türkischen Behörden wegen der Zulassung des Wagens als nicht mehr aktives Rettungsfahrzeug einerseits und wegen der Einfuhr in die Türkei andererseits. Die Jagd nach den verlangten Genehmigungen ist es, die uns im Moment noch von der Abfahrt abhält.

In diesem Zusammenhang haben wir unsere Planung in einem wichtigen Punkt abgewandelt: Wir haben uns entschlossen, den Rettungswagen zunächst nur bis nach Diyarbakir zu bringen. Denn die Grenze nach Syrien ist durch die türkischen Behörden seit fünf Monaten hermetisch abgeriegelt. Weder Personen noch Fahrzeuge oder Güter dürfen passieren. Wir hatten gehofft, daß sich die Situation bis zu unserer Abreise bessern würde. Aber mehrere Hilfsorganisationen mit Erfahrungen in der Region wie auch die Regionalverwaltung in Diyarbakir bestätigen, daß es derzeit kein Durchkommen nach Syrien gibt.

Wir werden deshalb den Rettungswagen der Regionalverwaltung in Diyarbakir zur Verfügung stellen. Rund um die Stadt und in der gesamten Region leben überwiegend Kurden. Sie sind auf vielfältige Weise mit den Kurden auf der syrischen Seite der Grenze vernetzt. Der Rettungswagen kommt der Bevölkerung vor Ort zugute, aber eben auch den Zehntausenden von Flüchtlingen, die vor den Kämpfen in der Gegend von Kobane auf die türkische Seite geflohen sind und nun dort festsitzen. Mit unseren Partnern in Diyarbakir ist abgesprochen, daß das endgültige Ziel des Wagens Kobane bleibt.

Es geht uns nicht nur um den Rettungswagen an sich. Für die Menschen in der Grenzregion hat unsere Mission einen hohen symbolischen Wert. Gerade jetzt zeigen wir: Verliert nicht den Mut! Ihr werdet nicht im Stich gelassen. Deshalb reist die Crew auch mit dem Auftrag, neue Kontakte zu knüpfen und Informationen darüber zu sammeln, was zum Wiederaufbau gebraucht wird – für die Menschen in Kobane und für die Flüchtlinge auf der türkischen Seite, aber auch für alle Menschen in der Region.

Wir danken von Herzen allen, die uns in dieser aufreibenden Phase unterstützen! Dazu zählen aus der Politik unter anderem der Oberbürgermeister von Dresden Dirk Hilbert und die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping (sie begleitet unsere Initiative als Schirmherrin) sowie mit fachlichem Rat und Taten der Geschäftsführer des Helios-Herzzentrums in Leipzig Dr. Roland Bantle und Andreas Wendler vom Fahrzeug-Auktionshaus Vonau in Chemnitz. Danke!

Gespräch vor der Kreuzkirche in Dresden mit Oberbürgermeister Hilbert am 25. Juli 2016.

Gespräch vor der Kreuzkirche in Dresden mit Oberbürgermeister Hilbert am 25. Juli 2016.