Die Hoffnung schwindet

Die Uhr tickt. Am 21. November läuft die Frist für die Lagerung unserer medizinischen Ausrüstung im Zollamt Ankara Gar ab. Noch immer haben wir keine Spedition gefunden, die es übernehmen möchte, die Hilfsgüter nach Griechenland zu bringen. Lange Listen mit Adressen, viel telefoniert, immer wieder emails geschickt. In Deutschland. In der Türkei. In Griechenland. Ohne Erfolg.

Es liegt nicht am Geld. Viele Unternehmen rufen gar nicht erst zurück, wenn die Stichworte „Diyarbakir“ und „türkischer Zoll“ fallen. Niemand will Scherereien. Niemand will ins Visier der Behörden geraten.

Es ist unheimlich. Unwirklich. Es kann doch nicht wahr sein!

Immerhin: Der Zollverbindungsbeamte der deutschen Botschaft läßt nicht locker. Er war noch einmal persönlich im Zollamt. Und er hat eine Auskunft bekommen, die uns wieder hoffen läßt: Es muß gar keine Spedition sein, die unsere Ausrüstung abholt. Es kann jeder kommen. Hauptsache, die Papiere stimmen. Damit ist gemeint, daß ordnungsgemäß belegt ist, daß das Gesundheitsamt in Diyarbakir unsere Spende an uns zurückgibt.

Eigentlich sei dieser Punkt schon geklärt. So dachten wir. Immerhin hat das Gesundheitsamt am 18. Oktober ein entsprechendes Schreibn an das Zollamt in Ankara gesandt. Den Text, so versichert der zuständige Beamte uns, habe er am Telefon Wort für Wort mit den Kollegen in der Hauptstadt abgesprochen. Aber als das Schreiben in Ankara eintrifft, bewerten es die Zollbeamten anders.

Unser Ansprechpartner in Diyarbakir kann aber auch keine Formulierungen mehr ändern. Denn er ist inzwischen vom Dienst suspendiert. Wegen Terror-Verdachts. Wie viele andere Kollegen im Rathaus in Diyarbakir auch, bis hinauf zu den beiden Bürgermeistern.

Aber um diese Sorge kümmern wir uns später. Erst einmal müssen wir überhaupt eine Transportmöglichkeit organisieren. Wir brauchen einen Transporter samt Fahrer! Und zwar schnell!

Das Schreiben aus Diyarbakir vom 18. Oktober über die Rückgabe unserer Spende genügt dem türkischen Zoll nicht.

Das Schreiben aus Diyarbakir vom 18. Oktober über die Rückgabe unserer Spende genügt dem türkischen Zoll nicht.