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Antwort aus Ankara

Post aus Ankara.

Nach einem Monat traf die Anwort ein.

Nach einem Monat traf die Anwort ein.


Abdullah-bey hat geantwortet:
Antwort auf unseren Brief an Abdullah-bey vom 21.12.2016.

Antwort auf unseren Brief an Abdullah-bey vom 21.12.2016.

Was steht drin?
Der Brief enthält keine persönliche Aussage. Stattdessen hält Abdullah-bey daran fest, daß unsere medizinischen Hilfsgüter nur mit einem transitberechtigten Fahrzeug (TIR) nach offzieller Abfertigung durch den Zoll die Türkei verlassen dürften. Zu unserem Appell, zum Wohle der Flüchtlinge zusammenzuarbeiten, merkt er trocken an, daß es nicht die Aufgabe des türkischen Zolls sei, Transporte zu organisieren. Schließlich bedauert er, daß wir keine Fax-Nummer angegeben haben, so daß ihm nichts anderes übrigbleibt, als diese Antwort auf dem Postweg an uns zu schicken. Er geht davon aus, daß uns sein Brief erst nach Ablauf der Lagerfrist erreichen werde, und weist vorsorglich schon jetzt jede Verantwortung für das weitere Geschehen von sich.

Keine Frage: Diese Antwort ist enttäuschend. Abdullah-bey zuckt mit den Schultern.

Wir wissen nicht, was inzwischen mit den Hilfsgütern geschehen ist. Wir müssen sie aufgeben. Das ist bitter.

Offener Brief an Abdullah-bey

Vordergründig geht es um Vorschriften. Aber im Grunde geht es um Vertrauen. Die Zollbeamten in Ankara finden Gründe, unsere Hilfsgüter nicht herauszugeben, weil sie uns unlautere Absichten unterstellen.

Sehr geehrter Herr Abdullah-bey... Unser offener Brief an den zuständigen Zollbeamten in Ankara.

Sehr geehrter Herr Abdullah-bey… Unser offener Brief an den zuständigen Zollbeamten in Ankara.

Das liegt leider zur Zeit im Trend. An vielen Ecken unserer Welt nimmt das Mißtrauen rasant zu. Aber dadurch wird die Lage nur schlimmer. Die Spirale des Mißtrauens dreht sich immer schneller. Gewalt wird immer öfter zum einzig noch denkbaren Mittel.

Das muß aufhören!
Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die Spirale des Mißtrauens.

Deshalb haben wir einen Brief an den Zollbeamten in Ankara verfaßt und ihn ins Türkische übersetzen lassen. Anstatt zu schimpfen, erklären wir noch einmal unsere Geschichte. Und wir
bitten ihn um Hilfe.

Laßt uns einen Weg finden, um zusammenzuarbeiten.
Das ist unser Appell.

Wer diesen Appell unterstützen möchte, kann das hier tun:
https://www.openpetition.de/petition/online/geben-sie-die-hilfsgueter-fuer-fluechtlinge-in-griechenland-frei

Es gibt auch eine Papierversion des Appells samt vorbereiteter Unterschriftenliste als pdf zum Herunterladen.

Unseren Original-Brief gibt es auf Deutsch, auf Türkisch und auf Englisch als pdf zum Nachlesen.

Auf dem Weg zur Post: Die Erstunterzeichner Verena Schneider, Anja Osiander, Fettah Cetin und Angela Finsterbusch am 21.12.2016 (v.l.).

Auf dem Weg zur Post: Die Erstunterzeichner Verena Schneider, Anja Osiander, Fettah Cetin und Angela Finsterbusch am 21.12.2016 (v.l.).